Megafon

Preis für Sprachbildung und Sprachförderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Wir zeichnen innovative, vorbildliche Sprachbildungs- und Sprachförderprojekte für Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland aus. Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, sich in Bildung und Beruf zu verwirklichen, eine eigene Identität zu entwickeln und selbstbestimmt an einer demokratischen Gesellschaft teilzuhaben. 

Bis zum 4. März bewerben!

Zu sehen sind drei Personen, die am Tisch sitzen und miteinander sprechen.

Mehr als nur Sprachbildung

Rund ein Fünftel aller Schulabgänger:innen in Deutschland hat beträchtliche Schwächen im Umgang mit der Bildungssprache Deutsch. Diese jungen Erwachsenen haben Schwierigkeiten beim Lesen, Verstehen und Verfassen von einfachen Texten. Dadurch sind ihre Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe sowie die Wahl ihres individuellen Bildungs- und Berufsweges deutlich eingeschränkt.

Mit dem Megafon-Preis unterstützen wir Projekte für Jugendliche und junge Erwachsene in weiterführenden Schulen, während der Ausbildung sowie in Übergangssystemen – wie etwa Berufsvorbereitungsklassen. Seit 2021 zeichnen wir jährlich innovative Initiativen aus, deren Angebote über reinen Deutschunterricht nach Lehrplan hinausgehen und Aspekte wie Berufsorientierung und -ausbildung, Lernstrategien oder kreatives Ausdrucksvermögen integrieren.


Bewerbung

Wer kann sich bewerben?

Vom 10. Januar bis zum 4. März 2024 läuft die vierte Ausschreibung für den Preis. Es können sich gemeinnützige oder öffentliche Projektträger aus dem gesamten Bundesgebiet bewerben. Das Projekt kann im schulischen oder außerschulischen Kontext stattfinden, darf aber nicht Teil des Regelunterrichts sein. Es sollte zielgruppen- und wirkungsorientiert konzipiert sein und auf aktuellen Erkenntnissen der Sprachdidaktik beruhen.

Großen Wert legen wir außerdem auf eine praxisnahe Umsetzung, die der Zielgruppe des Projekts unmittelbar zugutekommt – primär wissenschaftliche Vorhaben werden nicht ausgezeichnet. Ausführliche Informationen finden Sie in der Ausschreibung.


Wir vergeben den Preis in zwei Kategorien: 

  • Projekte für Jugendliche von 10 – 16 Jahren
  • Projekte für junge Erwachsene von 17 – 25 Jahren

In beiden Preiskategorien werden je ein mit 25.000 Euro dotierter Hauptpreis und ein mit 10.000 Euro ausgestatteter Förderpreis überreicht.

Eine unabhängige Jury aus Expertinnen und Experten für Sprache und Bildung entscheidet über die besten Bewerbungen und kürt in einer gemeinsamen Sitzung die Preisträger. Die Preisverleihung findet im Herbst 2024 in Hamburg statt.

Sind Sie interessiert?

Hier finden Sie das Online-Bewerbungsformular, außerdem benötigen wir noch eine Projektdarstellung von maximal fünf Seiten (2.500 Wörter) sowie einen Finanzierungsplan von Ihnen. Vorlagen hierfür finden Sie ebenfalls im Bewerbungsformular. 

Bis zum 4. März können Sie sich für den Preis bewerben.

Jetzt bewerben


Fragen & Antworten

Sie haben weitere Fragen? Hier gelangen Sie zu unseren FAQs.


Kontakt

Andrea Ipsen
Senior Projektmanagerin "Megafon-Preis" Andrea Ipsen +49 40 533295-26

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Warum Sprachbildung und Sprachförderung wichtig sind

Aus dem Projekt "Fußball trifft Kultur", Shortlist-Projekt 2022
Aus dem Projekt "Fußball trifft Kultur", Shortlist-Projekt 2022 © DFL Stiftung/Thorsten Wagner

Ein sicherer und selbstbewusster Umgang mit Sprache ist wichtig für ein selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe an unserer Gesellschaft. Im Umkehrschluss haben sprachliche Defizite Einfluss auf die Leistungen in der Schule und stellen eine Hürde bei der Berufsausbildung dar. Gering literalisierten Menschen bleiben berufliche und gesellschaftliche Aufstiegschancen oft verwehrt. Mit dem Megafon-Preis für Sprachbildung und Sprachförderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen möchten wir Projekte unterstützen, die diese Barrieren abbauen.


Preisträger 2023

Wir vergeben den Preis in zwei Kategorien: „Projekte für Jugendliche von 10 – 16 Jahren“ und „Projekte für junge Erwachsene von 17 – 25 Jahren“. In beiden Preiskategorien wurde je ein mit 25.000 Euro dotierter Hauptpreis überreicht, zudem wurden insgesamt drei Förderpreise sowie ein mit 5.000 Euro ausgestatteter Sonderpreis für Kreativität vergeben.


Kategorie 1: Projekte für Jugendliche von 10 – 16 Jahren

Projekt: Meine Geschichte, meine Zukunft/Segeltrip | © ChangeWriters e.V.

Hauptpreis: Meine Geschichte, meine Zukunft
Projektträger: ChangeWriters e.V., Dorsten

Im Rahmen eines einwöchigen Sommercamps arbeiten 40 Jugendliche auf Basis von Tagebucheinträgen an ihrer Biografie. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten für Literatur und Sprache entwickeln sie kreative Darstellungsformen für Elemente ihrer Lebensgeschichte. Das fördert ihre Reflexion und Sprachkompetenz und vermittelt ihnen einen positiven Zugang zu Literatur und zum Schreiben. Aus den Beiträgen der Jugendlichen entsteht ein gedrucktes Buch.

Förderpreis: Sprache fördern im Schulgarten – Digitales Storytelling (DiStory)
Projektträger: Pädagogische Hochschule Freiburg, Institut für deutsche Sprache und Literatur

Das Projekt verknüpft fachliches Lernen im Themenfeld „Nachhaltigkeit“ mit sprachlichem Lernen im Schulgarten, um Schüler:innen der Sekundarstufe I die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht zu ermöglichen. Von Studierenden entwickelte multimediale E-Books begleiten die Schüler:innen bei den Einheiten im Schulgarten. Das Konzept trägt so dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Unterrichtspraxis zu übertragen.

Projekt Laterna Magica – Lichtgeschichten |© Lena Kirchner/fuenf6

Sonderpreis für Kreativität: Laterna Magica – Lichtgeschichten
Projektträger: kunstkönner e.V., Köln

Die „Laterna Magica“ animiert Kinder und Jugendliche zum Erzählen von Geschichten. Die im Durchmesser 2,5 Meter große Laterne wird von innen beleuchtet und zeigt an ihren Außenwänden Schatten in Form von Figuren, Tieren und Objekten. Die Laterne regt dazu an, die eigene Vorstellungskraft zu nutzen und Geschichten zu den projizierten Bildern zu entwickeln. In dem Projekt erproben die Jugendlichen ihre eigene kreative Ausdruckskraft und erhalten einen positiven Zugang zur Sprache.


Kategorie 2: Projekte für junge Erwachsene von 17 – 25 Jahren

KonTEXT Leseprojekt

Hauptpreis: Literalitätsschub durch das KonTEXT Leseprojekt

Projektträger: Hochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, und Förderverein KonTEXT Leseprojekt e.V.

In diesem Projekt führen Studierende Leseangebote für straffällig gewordene Jugendliche und junge Erwachsene durch. In Gruppen oder Einzelbegleitungen stärken die Teilnehmer:innen ihre Lesekompetenzen sowie ihre sozial-emotionalen, kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten. Das Projekt folgt der wissenschaftlich gestützten Annahme, dass Lese- und Schreibkompetenzen Bildungs- und Teilhabechancen vermitteln und so straffälligem Verhalten vorbeugen können.

Dieser Film wird bei YouTube gehostet. Das Video wird erst nach Anklicken des Buttons aktiv. Bitte beachten Sie, dass es dabei zur Übermittlung von Daten in die USA mit unsicherem Datenschutzniveau kommt.


Projekt: Summer(-school) in the City", Nedal & Youssef

Förderpreis: „Summer(-school) in the City“
Projektträger: „angekommen in deiner Stadt Bielefeld“, Heinz Hunger Berufskolleg gGmbH, Bielefeld

Die Ferienschule „Summer(-school) in the City“ ermöglicht jungen, zugewanderten Erwachsenen, sich die für Schule und Beruf notwendigen bildungssprachlichen Kenntnisse zu erarbeiten. Unterstützt von Lernbegleiter:innen und lokalen Kooperationspartnern beschäftigen sich die jungen Erwachsenen mit einem für sie biografisch relevanten Thema und üben den Umgang mit Texten sowie die angemessene Kommunikation in Schule und Beruf.
 

Förderpreis: FUNK
Projektträger: Universität Koblenz, Forschungsstelle Wissenstransfer

Das Sprachförderprojekt „FUNK“ verbindet das fachliche Lernen mit dem Einüben von Fach- und Bildungssprache. Der von Lehramtstudierenden erteilte Förderunterricht soll Schüler:innen und Auszubildenden mit internationaler Familiengeschichte den Schul- und Ausbildungsabschluss erleichtern und ihre langfristige Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen.



Jury

  • Prof. Dr. Julia Abel, Professorin für Bibliothekspädagogik und Kulturelle Bildung, HAW Hamburg, und Mitglied im Vorstand, Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. (2023)
  • Anant Agarwala, Redakteur im Ressort Wissen, DIE ZEIT, Hamburg (2021 - 2023)
  • Katja Baginski, Pädagogische Leitung der LehrLernwerkstatt Fach, Sprache Migration der Universität Bremen (2023)
  • Prof. Dr. Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung, Stiftung Lesen, Mainz (2021 - 2023)
  • Julia Freienberg, Junges Literaturhaus, Literaturhaus Hamburg e.V. (2022)
  • Kübra Gümüşay, Autorin (2021)
  • Dr. Aylin Karabulut, Senior Managerin für Diversity, Equity and Inclusion, Telefónica Germany, ehemals Chief Business Development Officer, Employers for Equality GmbH, Mering (2022)
  • Anja Kittlitz, Geschäftsführerin SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik gGmbH, München (2022, 2023)
  • Karin Küßner, Leitung Koordinierungsstelle der AlphaDekade im Bundesinstitut für Berufliche Bildung, Bonn (2022, 2023)
  • Anna Meister, Gründerin ZuBaKa gGmbH Frankfurt a.M. (2022)
  • Prof. Dr. Astrid Neumann, Professorin für Didaktik der deutschen Sprache, Leuphana Universität Lüneburg (2022)
  • Karin Ransberger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch, PASSAGE gGmbH (2023)
  • Martina Reynders, Leitung Zentrum für Sprachbildung, Berlin (2021 - 2023)
  • Ralf Schweikart, Vorstandsvorsitzender Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V., München (2021, 
  • Dr. des. Trang Schwenke-Lam, Erziehungswissenschaftlerin, Diversity Beraterin, Interkulturelle Systemische Therapeutin i.A., ehemals Geschäftsführung Schotstek gGmbH, Hamburg (2021 - 2023)
  • Philip Oprong' Spenner, Lehrer und Autor, Hamburg (2022, 2023)
  • Eric Vaccaro, Leitung Referat Steigerung der Bildungschancen, Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg (2023)
  • Dr. Till Woerfel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Köln (2023)

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