Makroalgenanbau für eine nachhaltige Bioökonomie

Die Küstenregion Mecklenburg-Vorpommerns befindet sich im Wandel. Während die klassische Fischerei an Bedeutung verliert, eröffnen Makroalgen neue Chancen für eine nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung des Meeres. 

Sie wachsen auf bislang ungenutzten Flächen, brauchen weder Frischwasser noch Dünger und helfen dabei, überschüssige Nährstoffe aus dem Meer zu entfernen: Makroalgen (auch "Seetang" genannt). Gleichzeitig liefern sie wertvolle Inhaltsstoffe, die fossile Kunststoffe in biotechnologischen Anwendungen ersetzen können – und so zum Klimaschutz beitragen.

Lösungsansatz

Das geförderte Forschungsprojekt MAKROBIO entwickelt nachhaltige und skalierbare Methoden für den Anbau heimischer Makroalgenarten in der Ostsee. Im Fokus stehen innovative Co-Kultursysteme, die durch vertikale Zonierung und unterschiedliche Vegetationsperioden die Flächeneffizienz und Biomasseproduktion steigern. Die gewonnenen Algen werden hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung analysiert und für die Herstellung von Biokunststoffen mit maßgeschneiderten Eigenschaften genutzt. Begleitend werden geeignete Küstenstandorte identifiziert, fossilfreie Materialien für den technischen Aufbau getestet und die Ergebnisse durch aktive Stakeholder-Kommunikation verbreitet.

Praxisrelevanz und Nachhaltigkeit

MAKROBIO schafft die Grundlage für eine regionale Wertschöpfungskette von der marinen Rohstoffproduktion bis zur nachhaltigen Materialnutzung und stärkt die ökologische und ökonomische Resilienz der Küstenregion. Die entwickelten Biopolymere bieten eine umweltfreundliche Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen. Das Projekt fördert neue Einkommensquellen für Küstengemeinden und Fischer, nutzt bestehende Infrastruktur und Erfahrungswissen und trägt zur gesellschaftlichen Akzeptanz nachhaltiger Innovationen bei.

Steckbrief

  • Fördersumme: Rund 1.000.000 Euro
  • Laufzeit: 01.01.26-31.12.28
  • Beteiligte:
    • Dr. Esther Robbe, Alles Alge e.V. (Ökonomie, Ressourcennutzung)
    • Jun.-Prof. Klaus Herburger, Universität Rostock (Zellbiologie)
    • Prof. Dr. Jürgen Kreyling, Universität Greifswald (Experimentelle Pflanzenökologie)
    • Christian Schulz, Alles Alge e.V.  (Makroalgen/Aquakultur)
    • Johannes Sarau, Universität Greifswald (Aquatische Ökologie)

Kontakt

Dr. Matthias Tamminga
Clustermanager Dr. Matthias Tamminga + 49 40 533295-643

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