Joachim Herz Preis 2026: Shortlist veröffentlicht

Wie kann die Ressource Wasser gerecht, nachhaltig und resilient genutzt werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Forschenden, die für die Shortlist des Joachim Herz Preis 2026 nominiert wurden.

Die drei Forschenden zeigen mit ihren Projekten, wie interdisziplinäre und anwendungsnahe Forschung dazu beitragen kann, Lösungen für eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln: den smarten Umgang mit Wasser unter den Bedingungen des Klimawandels.

Der Joachim Herz Preis 2026 zeichnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die innovative Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden und neue Impulse für den Transfer in Praxis, Politik und Wirtschaft setzen. Im Mittelpunkt steht das Thema Wasser – als Ressource, Konfliktfeld und Zukunftsfrage zugleich.

Die nominierten Projekte reichen von nachhaltiger Landwirtschaft über gesellschaftlich akzeptierte Wasserpolitik bis hin zu intelligenten Technologien für einen effizienteren Wasserverbrauch. Gemeinsam machen sie deutlich, wie vielfältig moderne Wasserforschung heute ist – und wie wichtig es ist, naturwissenschaftliche, technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven zusammenzudenken.

Worum geht es in den Forschungsvorhaben?

Dr. Charlotte Gerling: „SPLASH-CC: Smart Policies for Land Use: Agricultural Production, Society’s Preferences, and Hydrological Conditions under Climate Change“

Trockenperioden und Wasserknappheit verändern die Verfügbarkeit von Wasser und haben Auswirkungen auf Landwirtschaft und Biodiversität. Die daraus resultierenden Nutzungskonflikte setzen Ökosysteme und landwirtschaftliche Betriebe gleichermaßen unter Druck. Das Projekt SPLASH-CC untersucht, wie sich veränderte Wasserverhältnisse auf landwirtschaftliche Flächennutzung, Erträge und die biologische Vielfalt auswirken. Dazu entwickelt das Forschungsteam ein interdisziplinäres Modell, das hydrologische Entwicklungen mit Entscheidungen von Landwirtinnen und Landwirten verknüpft. So entstehen Prognosen darüber, wie sich Wasserverfügbarkeit, Landwirtschaft und Ökosysteme künftig verändern könnten. Ziel ist es, fundierte Grundlagen für eine nachhaltige und biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft zu schaffen.

Dr. Christian Klassert: „WaterVision – Revealing the Economic Value of Water“

Die zunehmende Wasserknappheit verschärft auch in Deutschland die Konflikte zwischen den Nutzungsansprüchen von Wirtschaft, der Gesellschaft und der Ökologie. Gleichzeitig fehlen politische Lösungen, die sowohl wirksam als auch gesellschaftlich akzeptiert sind. Das Projekt WaterVision untersucht, wie sich Wasserverfügbarkeit, Wasserbedarf und Nutzungskonflikte in Deutschland bis zum Jahr 2100 entwickeln könnten. Mithilfe von Modellen und Befragungen werden regionale Unterschiede und zukünftige Entwicklungen sichtbar gemacht und gesellschaftliche Bewertungen alternativer Lösungswege analysiert. Gemeinsam mit Akteuren aus Wasserwirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt das Forschungsteam Strategien für einen nachhaltigen und gerechten Umgang mit Wasserressourcen.

Prof. Dr. Sebastian Tonke: „WETTER – Water Efficiency through Technology, Targeting, and Experimental Research“

 Wasserverbrauch im Alltag bleibt häufig unsichtbar – das erschwert einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit der Ressource. Das Projekt WETTER verbindet digitale Wasserzähler mit einer App, die Haushalten ihren Wasserverbrauch in Echtzeit sichtbar macht. In einer groß angelegten Studie mit 4.000 Haushalten untersucht das Forschungsteam, wie Menschen auf unterschiedliche Anreize reagieren und mit welchen Maßnahmen sich tatsächlich Wasser einsparen lässt. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Strategien zu entwickeln, die Wasserverbrauch senken und die Trinkwasserversorgung langfristig resilienter machen.

Die nominierten Projekte zeigen, dass die Herausforderungen rund um Wasser längst nicht mehr allein technisch lösbar sind. Gefragt sind neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Genau hier setzt der Joachim Herz Preis an: Er stärkt Forschung, die disziplinübergreifend denkt, gesellschaftliche Wirkung entfalten will und konkrete Lösungsansätze für die Zukunft entwickelt.

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