Die Joachim Herz Stiftung

Wir fördern innovative, anwendungsbezogene Forschungsvorhaben an den Schnittstellen von Wirtschaft, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin. Ferner unterstützen wir in der Bildungsförderung talentierte Auszubildende auf ihrem Karriereweg mit Blick auf internationale Erfahrungen, persönliche Kompetenzen und die digitale Transformation in der beruflichen Bildung.



Mission

Bildung und Wissenschaft sind die Grundlagen einer freien Gesellschaft. Wir fördern den Zugang zu und die Entstehung von neuem, anwendungsbezogenem Wissen. Mit unseren Projekten und Förderungen stärken wir Bildung, Wissenschaft und Forschung, um einen wirksamen Beitrag für ein selbstbestimmtes Leben Einzelner und die Freiheit aller zu leisten.

Grundprinzipien unserer Stiftungsarbeit

Als zivilgesellschaftlicher Akteur haben wir das Ziel, einen Beitrag zur Leistungsfähigkeit und Freiheit der Gesellschaft zu leisten. Wir tun das, indem wir Menschen dabei unterstützen, ihre persönlichen und fachlichen Potenziale zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf Selbstbestimmung durch Eigenverantwortung und -initiative, Selbstreflexion, Leistungsbereitschaft und Weltoffenheit. 

Dazu fördern wir Bildung und Wissenschaft in Forschung und Lehre in den Naturwissenschaften, Wirtschaft, Recht, Medizin, Ingenieurwissenschaften und Persönlichkeitsbildung. Interdisziplinär ausgerichtete Projekte und Forschungsansätze spielen dabei eine besondere Rolle und stehen künftig im Fokus der Förderaktivität. Wir sind überzeugt, dass die Verbindung verschiedener Blickwinkel zielführend ist, um den Herausforderungen der Zukunft als Gesellschaft begegnen zu können.
 

Wir sind operativ und fördernd tätig und leisten Individual-, Projekt- und Strukturförderung.

Anders als öffentlich finanzierte Institutionen können wir schnell und flexibel reagieren und sind bereit, experimentelle und risikoreiche Vorhaben zu fördern, um Neues auszuprobieren. Scheitern ist erlaubt, denn wir verstehen uns als lernende, agile Organisation, die mittels Evaluation auf Erkenntnisse reagiert und Projekte und Arbeitsweisen anpasst, um bestmögliche Wirksamkeit zu erreichen. 

Unsere Stiftung ist in der Lage, einen substanziellen Beitrag zur Minderung des immer drängenderen Klimawandels zu leisten. Dieser bedroht gleichermaßen die Leistungsfähigkeit und die Freiheit der Gesellschaft und stellt damit eine der großen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen dar. Wir fühlen uns daher den Sustainable Development Goals (SDG) verpflichtet – sowohl in der inhaltlichen Arbeit als auch in der Kapitalanlage und in der Arbeitsorganisation.

 

Besonders relevante SDGs sind für uns:

  • Hochwertige Bildung
  • nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Gesundheit und Wohlergehen
  • Industrie, Innovation und Infrastruktur

Satzung & Governance Kodex

Unser Stifter Joachim Herz hatte das Anliegen, das Vermögen der Stiftung dauerhaft für die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung einzusetzen. Schwerpunkte liegen auf den Natur- und Wirtschaftswissenschaften, sowie den Rechtswissenschaften, der Medizin sowie der Förderung von Lehreinrichtungen, Schüler:innen und gemeinnützigen Einrichtungen.

Das Organigramm der Joachim Herz Stiftung erhalten Sie hier.


Finanzen

Als Joachim Herz 2008 starb, betrug sein Vermögen rund 1,3 Milliarden Euro (Marktwert). Das war der Grundstock unseres Stiftungsvermögens. 2020 wurden insgesamt 18,9 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke verwendet, in 2021 waren es 20,7 Millionen Euro und im Jahr 2022 rund 24,6 Millionen Euro.

Das Stiftungskapital ist überwiegend unternehmerisch investiert und gebunden. Das entspricht dem Willen des Stifters, und so ist es auch in der Satzung festgeschrieben. Der Großteil des Kapitals ist mittelbar bei der Beiersdorf AG angelegt, hinzu kommen weitere Unternehmensbeteiligungen. Daneben verfügt die Stiftung über ein Immobilienportfolio in den USA und in Deutschland. Ergänzt wird das Vermögen durch ein breit diversifiziertes Wertpapierportfolio. Bei allen Anlageentscheidungen verfolgen wir das Ziel , das Vermögen dauerhaft real zu erhalten und laufende Erträge zu erwirtschaften.

Weitere Informationen zum Stiftungsvermögen und der Anlagestrategie erhalten Sie in unserem zweijährlich erscheinenden Jahresbericht.


Unser Beitrag zum Klimaschutz

Energieverbrauch, Anfahrtswege, Veranstaltungen sowie Material und Abfall produzieren Emissionen. Um diese im Arbeitsalltag möglichst gering zu halten, bezuschussen wir das HVV-ProfiTicket für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Speisen auf den Veranstaltungen in der Stiftung sind vegetarisch und werden vorrangig von regionalen Lieferanten bezogen.

Das Foto wurde vom Turm des Stiftungsgebäudes gemacht. Blick auf einen Teil des begrünten Dachs und den Stiftungsgarten.
Blick auf einen Teil des begrünten Dachs und den Stiftungsgarten

Die Stiftung steht auf einer ehemaligen Gewerbefläche im Gewerbegebiet Oehleckerring in Langenhorn. Im Zuge des Neubaus wurde die Fläche weiträumig entsiegelt. Es entstand eine weiträumige Gartenfläche, zudem ist das Dach über die fast komplette Fläche begrünt und kann zusätzlichen Regen aufnehmen. Wärme und Strom erzeugen wir mit einem eigenen Blockheizkraftwerk. Im Sommer, wenn die Wärme nicht benötigt wird, wird diese mittels einer Absorptionsanlage zur Kühlung des Gebäudes genutzt. Überschüssiger Strom, den wir tagsüber nicht verbrauchen, wird nachts in das Stromnetz gespeist.

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Blick von oben: Auf dem Foto sieht man die Mündung eines Flusses. Es ist die Naturerbefläche. Rechts im Bild befindet sich eine dichte Bewachsung durch Bäume und Sträucher.
© DBU Naturerbe

Vernässung des Peenemünder Moors

Mit dem Projekt „Peenemünder Moor“ haben wir uns zum Ziel gesetzt, die langfristige und vollständige CO2-Kompensation des Geschäftsbetriebs (carbon neutral) zu gewährleisten. Dafür haben wir einen Vertrag mit einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf 25 Jahre geschlossen. Ziel des geplanten Wiedervernässungs-Projekts ist die Bestandssicherung und Entwicklung der zusammenhängenden Niedermoorflächen in den Peenewiesen auf der DBU Naturerbefläche Peenemünde.

Informationen zur Naturerbefläche Peenemünde erhalten Sie direkt bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.


Joachim Herz

Joachim Herz Ende der 1990er Jahre an seinem Schreibtisch im Büro des alten Röstturms
Joachim Herz Ende der 1990er Jahre an seinem Schreibtisch im Büro des alten Röstturms

Individualist und Überzeugungstäter

Joachim Herz war unkonventionell und weltoffen, liebte die USA, die dortige Can-do-Mentalität und den Unternehmergeist. Werte wie Freiheit und Individualität waren ihm wichtig. Er war der Ansicht, dass Vermögen zu gesellschaftlicher Verantwortung verpflichtet und sowohl durch Individual- als auch durch strukturelle Förderung gerade für junge Menschen neue Chancen entstehen können. 

Als sein Vater Max Herz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 zusammen mit Carl Tchilling-Hiryan den Kaffeeversandhandel Tchibo gründete, war Joachim Herz acht Jahre alt. Er erlebte früh, mit wie viel harter Arbeit der Aufbau eines Familienunternehmens verbunden ist. Seine Kindheit war von Sparsamkeit und Bescheidenheit geprägt, da die Familie in den üblichen Verhältnissen der Nachkriegszeit lebte. Diese Grunderfahrung wirkte in sein weiteres Leben hinein – denn obwohl er später so ein enormes Vermögen erbte, verurteilte er zeitlebens Verschwendung. Unprätentiös soll er gewesen sein und ausgestattet mit einer direkten Art – er putzte seine Fenster selbst. Der Hamburger High Society stand er distanziert gegenüber und lehnte den Glamour der Innenstadt ab. 

Blick aus der Helikopter-Perspektive auf das Gewerbegebiet in Hamburg-Langenhorn. Zu sehen ist der Kaffeeturm von Tchibo und die Gewerbe drum herum.
Aufnahme des Geländes der Joachim Herz Stiftung bzw. der ehemaligen Kaffeerösterei Pedro in Hamburg-Langenhorn um 1997

Der Weg zum eigenen Unternehmen

Für sein eigenes Unternehmen erwarb er in den 1970 Jahren von der Tchibo-Erbengemeinschaft die Gewerbefläche der Filialkette „Java Kaffee Geschäfte GmbH & CO. KG“ in Langenhorn. Kaffee röstete und vertrieb er indes nie, er hatte unter anderem eine Immobilienverwaltungsgesellschaft in den USA, die bis heute besteht. Die Stiftung ist auf dem ehemaligen Firmengelände angesiedelt und damit bewusst ein fortgesetztes Bekenntnis zum Standort.

Aufgrund der unternehmerischen Geschichte seines Vaters betrachtete Joachim Herz es als essenziell, dass junge Menschen ein Grundverständnis von ökonomischen Zusammenhängen und naturwissenschaftlicher Bildung haben sollten. Nur so könnten sie ihren Platz in einer demokratischen, marktwirtschaftlichen Gesellschaft selbstbestimmt und eigenverantwortlich einnehmen. Diesen Werten sind wir in unserer Arbeit bei der Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung bis heute verpflichtet. Der daraus entwickelte Leitsatz „Wissen schafft Freiheit“ ist für alle Bereiche unserer Arbeit handlungsleitend. Wir denken, das würde Joachim Herz gut gefallen.

Zu sehen ist ein alter VW-T3-Campingbus in einer grau-metallic-Farbe. Joachim Herz sitzt im Zwischenraum und trägt eine Sonnenbrille. Er schaut direkt in die Kamera.
Joachim Herz in seinem VW-Campingbus in den 1990er Jahren

Ein paar Turnschuhe hinterm Rücksitz

Unten im „Turm“ der Stiftung steht heute sein geliebter alter VW-Bus. Er ist zum Stiftungsmobil geworden, das sich die Mitarbeiter:innen bei Bedarf ausleihen. Hinter dem Rücksitz liegt noch ein Paar alter Turnschuhe – eine der zahlreichen greifbaren Erinnerungen an einen großzügigen, unkonventionellen und ganz besonderen Mann: Joachim Herz.


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