Universität Leipzig erhält zwei Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre.

Hamburg. Wie lässt sich theoretisches Wissen in ärztliche Diagnosen überführen und wie lernen Studenten das wissenschaftliche Forschen – mit diesen zentralen Fragen der Hochschullehre beschäftigen sich zwei Projekte der Universität Leipzig, die von der Joachim Herz Stiftung aus Hamburg jeweils mit einem Fellowship „Innovationen in der Hochschullehre“ ausgezeichnet wurden.

In der LernKlinik der Medizinischen Fakultät Leipzig üben angehende Ärzte, Krankheiten an Lernpuppen zu diagnostizieren, den sogenannten Simulatoren. Nach Einrichtung der LernKlinik benutzten bereits über 2.500 Medizin- und Zahnmedizinstudenten diese Puppen. Angeleitet werden sie dabei durch studentische Tutoren, die neben dem medizinischen Fachwissen auch gut erklären und vermitteln können. In einem „Train-the-Trainer“-Projekt unter Leitung von Stefanie Wiemer werden diese Fähigkeiten nun an die nächste Tutoren-Generation weitergegeben.

In einem zweiten Projekt wird Fritz Klauser vom Institut für Wirtschaftspädagogik zukünftig Studenten der Wirtschaftswissenschaften zusammen mit Praktikern aus Verwaltung und freier Wirtschaft forschen lassen. Eine seltene Chance unter den Studienbedingungen der Bologna-Reform, die kaum noch Zeit für forschendes Arbeiten lässt. Ziel des Projektes ist es, dass Wirtschaftsstudenten verschiedene Wissenschaftstheorien ausprobieren und auf ihre Tauglichkeit im Alltag überprüfen können.

Insgesamt werden 16 Fellowships im Rahmen des Projektes „Innovationen in der Hochschullehre“ verliehen, einer gemeinsamen Initiative der Baden-Württemberg Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Lehrende aller Fächer – vom wissenschaftlichen Mitarbeiter bis zur Professorin – waren in der Ausschreibung aufgerufen, Ideen für die Stärkung der Lehre einzureichen. Die Fellowships laufen in der Regel über ein Jahr und sind mit 50.000 Euro dotiert. Sie sollen den nötigen Freiraum schaffen, um neue Lehr- und Prüfungsformate zu erarbeiten und Ideen zur Reform des Studienablaufes zu entwickeln.

Die Joachim Herz Stiftung fördert fünf Fellows aus Jena, Leipzig, Magdeburg und Potsdam und setzt einen bewussten Akzent, um die Lehre in den neuen Ländern zu stärken. Monika Harms, Mitglied des Vorstandes der Joachim Herz Stiftung, sagt: „Wir wollen den vorhandenen Reformwillen unterstützen und weiter befördern. Gute Lehre verstärkt die Attraktivität der Hochschulen und wirkt langfristig auch als positiver Standortfaktor.“

Anders als in Westdeutschland sinken die Zahlen der Studienanfänger an vielen Hochschulen in den neuen Ländern. Um niedrige Geburtenraten auszugleichen, werben Universitäten hier verstärkt um Abiturienten aus Hamburg, München oder Köln. Nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist dies zum Wintersemester 2011 zumeist gelungen – die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie das Aussetzen des Wehrdienstes haben die Mobilität gen Osten erhöht.

Weitere Informationen zu ausgezeichneten Projekten der Joachim Herz Stiftung sowie Fotos der Fellows finden Sie unter
www.joachim-herz-stiftung.de/de/information/projects/scholarships_domain/innovationen-hochschullehre_project/fellows/index.html

Informationen zu allen 16 Fellowships finden Sie unter
http://www.stifterverband.de/lehrfellows2011

Für Fachinformationen:
Miriam Tidow
Projektleiterin Stipendien
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Für Presseinformationen:
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