Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre geht an Universität Jena.
Hamburg. Welche kulturellen Unterschiede müssen Unternehmer beachten, die international tätig sind – ganz praktisch vermittelt die Friedrich-Schiller-Universität Jena ihren Studenten diese Fragen mithilfe der virtuellen Lernplattform „Intercultural Campus“. Hierüber sind 31 Hochschulen aus 17 Ländern verbunden. Um die Plattform technisch auf den neuesten Stand zu bringen, hat die Joachim Herz Stiftung aus Hamburg ein Fellowship „Innovationen in der Hochschullehre“ an Jürgen Bolten von der Philosophischen Fakultät vergeben.
Der Fachbereich interkulturelle Wirtschaftskommunikation organisiert nun über den Campus ein Unternehmensplanspiel mit Teilnehmern aus vier Ländern, das in einem virtuellen Seminarraum stattfindet. Zudem werden länderübergreifende Ringvorlesungen und Seminare angeboten. Die virtuelle Plattform hat sich bewährt. Studenten erlernen interkulturelle Fähigkeiten, die ihnen bei späteren Auslandsaufenthalten sehr nutzen werden.
Insgesamt werden 16 Fellowships im Rahmen des Projektes „Innovationen in der Hochschullehre“ verliehen, einer gemeinsamen Initiative der Baden-Württemberg Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Lehrende aller Fächer – vom wissenschaftlichen Mitarbeiter bis zur Professorin – waren in der Ausschreibung aufgerufen, Ideen für die Stärkung der Lehre einzureichen. Die Fellowships laufen in der Regel über ein Jahr und sind mit 50.000 Euro dotiert. Sie sollen den nötigen Freiraum schaffen, um neue Lehr- und Prüfungsformate zu erarbeiten und Ideen zur Reform des Studienablaufes zu entwickeln.
Die Joachim Herz Stiftung fördert fünf Fellows aus Jena, Leipzig, Magdeburg und Potsdam und setzt einen bewussten Akzent, um die Lehre in den neuen Ländern zu stärken. Monika Harms, Mitglied des Vorstandes der Joachim Herz Stiftung, sagt: „Wir wollen den vorhandenen Reformwillen unterstützen und weiter befördern. Gute Lehre verstärkt die Attraktivität der Hochschulen und wirkt langfristig auch als positiver Standortfaktor.“
Anders als in Westdeutschland sinken die Zahlen der Studienanfänger an vielen Hochschulen in den neuen Ländern. Um niedrige Geburtenraten auszugleichen, werben Universitäten hier verstärkt um Abiturienten aus Hamburg, München oder Köln. Nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist dies zum Wintersemester 2011 zumeist gelungen – die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie das Aussetzen des Wehrdienstes haben die Mobilität gen Osten erhöht.
Weitere Informationen zu ausgezeichneten Projekten der Joachim Herz Stiftung sowie Fotos der Fellows finden Sie unter
www.joachim-herz-stiftung.de/de/information/projects/scholarships_domain/innovationen-hochschullehre_project/fellows/index.html
Informationen zu allen 16 Fellowships finden Sie unter
http://www.stifterverband.de/lehrfellows2011
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